Kraftvolle Weibs-Bilder

Als spirituelle Frau sichtbar werden, sichtbar sein

Bei Frauenritualen fotografieren, ja oder nein? Diese Bilder öffentlich zeigen, ins Internet stellen, ja oder nein?

Immer wieder bewege ich mich bei meinem Tun in diesem Spannungsfeld. Meine langjährige Leidenschaft fürs Fotografieren hat mich immer schon auf die Suche gehen lassen nach jenen Bildern, in denen sich mir Mutter Erde und all ihre Pflanzen-, Tier- und Menschen-Kinder in ihrer besonderen Schönheit, in ihrem ganz individuellen Ausdruck zeigen.

Meine Gedanken, meine Sichtweise, meine Erfahrungen, warum ich es als wichtig erachte, dass wir Frauen uns endlich wieder mit all unseren Aspekten  zeigen können und dürfen, möchte ich heute mit euch teilen. Es geht mir dabei vor allem um die bestärkenden, lebensbejahenden, kraftvollen, ausdrucksstarken, schönen, spirituell-erdigen Frauenbilder von Ritualen im Frauenkreise.

Wir brauchen dringend andere weibliche Vorbilder, als sie uns diese patriarchale Welt zeigt. Die demütige-dienende-keusche Maria, die sich nur für die anderen aufopfernde Mutter, die Karrierefrau im strengen Hosenanzug, die Magermodels und Photoshop-Frauenkörper, die zur Objekten männlicher Betrachtungsweise gemachten, nackten Frauenkörper allerorts. Mit diesen Bildern füttert uns die patriarchale Welt. Die ursprüngliche, ungebändigte, natürliche, weibliche Kraft ist auf diesen Bildern nicht zu sehen, zu spüren.

Darum ist es mir ein Anliegen, in meinen Beiträgen den Frauen wieder jene Bilder zu zeigen, die unsere Seelen seit Jahrtausenden kennen: Frauen, die Draußen in der Natur gemeinsam im Frauenkreis singen, tanzen, erzählen, Rituale feiern. Geborgen im grünen Schoß der Erde, beschützt von den Bäumen und den Wesen der Natur, genährt durch die Kräfte von Mutter Erde. Jeder unserer Schritte ein Kuss für sie, jeder unserer Töne ein sanftes Vibrieren in ihr.

Noch sind diese Bilder selten in einer Welt, in der die Frauen sich so zeigen sollen, wie die patriarchale Gesellschaft es von ihnen erwartet. In welcher die Konkurrenz unter den Frauen geschürt wird und nicht der Zusammenhalt und das Wiederentdecken der gemeinsamen Wurzeln, der weiblichen Verbundenheit untereinander als Töchter der Erde.

Bilder wirken mehr als Worte. Unsere übervisualisierte Medienwelt lebt uns das eindrücklich vor. Darum ist es aus meiner Erfahrung und Wahrnehmung heraus so wichtig, jene Bilder von uns Frauen zu zeigen, welche unsere Seelen wieder an die Zeit vor der großen Trennung der Frauen voneinander, vor allem aber von Mutter Erde und der Natur erinnern.

Mit diesen Bildern versuche ich Frauen, die am Weg sind zu ihrer weiblich-spirituellen Kraft, Inspiration zu schenken für ihren eigenen Weg. Wir Frauen brauchen dringend andere, neue weiblich-spirituelle Vorbilder. Immer wieder erlebe ich es bei mir selber: es macht etwas mit mir, mich auf Fotos von Ritualen selber zu sehen. Mich durch die Bilder ein Stück weit „von Außen betrachten zu können“ und damit immer noch bewusster zu meiner Entscheidung zu stehen, den Pfad des altes Frauenwissens weiter zu gehen.

Es kann Ängste in uns berühren, sich als Frau wieder so zu zeigen. Jene tiefsitzenden Ängste in den Seelen der Frauen und im kollektiven Frauenfeld, welche durch die Jahrhunderte der sogenannten „Hexenverfolgungen“ im wahrsten Sinne des Wortes in uns „eingebrannt“ wurden. Damals war es für Frauen lebensbedrohlich, von anderen Menschen bei den alten Ritualen zu Ehren von Mutter Erde gesehen zu werden. Diese Ängste sind in uns gespeichert, in unserem Zellgedächtnis, in unseren systemischen und karmischen Feldern.

Ängste lösen sich nicht durch das Verdrängen auf. Sondern sie können sich nur dann verwandeln, wenn wir sie bewusst annehmen und hinschauen. Die Zeiten, in denen Frauen sich im Wald verstecken mussten, um die Feste zu Ehren von Mutter Erde feiern zu können, sind vorbei. Wir brauchen und wir dürfen uns dabei nicht mehr verstecken, wenn wir wirklich wollen, dass die weiblich-erdige Kraft wieder in die Welt zurückkehren kann.

Sich als Frau zu zeigen mit alldem, was ich bin, was ich sein möchte, was ich sein werde. Mich damit zu identifizieren, wohin mich der Ruf meiner Seele lenkt. Dazu stehen als Frau, dass ich bei „so einem Ritual im Wald“ dabei bin. Anderen Frauen damit zu zeigen: ich trau mich das, trau dich doch auch! Ich gehe immer weiter aus dem Kokon hinaus, in welchen mich das Patriarchat über die Jahrhunderte gezwängt hat. Ich werfe die alten, farblosen, blass-grauen Hüllen ab und schlüpfe bewusst ins leuchtend rote Kleid.

Ich bin eine dieser kraftvollen roten Frauen, die sich das Recht zurücknehmen, wieder ihre Rituale, ihre Frauenkraft, ihre Verbundenheit mit der Natur, ihre Freude am gemeinsamen Sein im Frauenkreise in der Natur zu feiern…

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