Blaubeuren mit URMU, dem „Blautopf“ und der „Schönen Lau“

Als Veranstaltungsort der Göttinnenkonferenz 2024 ist Blaubeuren in meinen landschaftsmythologischen Fokus gerückt. Dieses beschauliche Städtchen liegt im Osten des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg im Alb-Donau-Kreis. Die markanteste und eindrücklichste Sehenswürdigkeit Blaubeurens, wie alte Kultorte heutzutage gerne bezeichnet werden, ist der „Blautopf“: eine Karstquelle, aus der die „Blau“ entspringt, ein Nebenfluss der Donau.

Der „Blautopf“ ist bekannt für seine auffallend blaue Farbe, deren Intensität je nach Lichteinfall sich verstärkt und abschwächt. Leider sollten genau am Tag vor meiner Anreise die 4jährigen Sanierungsarbeiten rund um das „Blautopf“-Areal beginnen und es war mir nicht möglich, direkt in das Blau der Quelle zu blicken. Um Euch zumindest einen visuellen Blick darauf schenken zu können, ergänze ich meine eigenen Blaubeuren-Fotos mit zwei Pixabay-Fotos vom „Blautopf“ und der „Schönen Lau“.

In Blaubeuren befindet sich auch das URMU, das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren mit seinem Schwerpunkt auf die Altsteinzeit, als Informationszentrum für das UNESCO-Welterbe Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb und für den UNESCO-Geopark Schwäbische Alb.

Die als „Venus vom Hohle Fels“ bezeichnete Frauenfigurine, die 2008 bei Ausgrabungen in der Karsthöhle Hohle Fels gefunden wurde und aus der jungpaläolithischen Kultur des Aurignaciens stammt, wurde vor ca. 40.000 Jahren erschaffen. Diese „Urmutter vom Hohle Fels“ gehört damit, neben der „Venus vom Galgenberg“ aus dem niederösterreichischem Stratzing zu den weltweit ältesten Darstellungen des menschlichen Körpers.

Ein eigener, höhlenartiger Ausstellungsraum ist der „Urmutter vom Hohle Fels“ im URMU gewidmet. Ihre neue Heimat liegt nur einige Kilometer von der Schelklinger Höhle entfernt, in der sie über Jahrzehnttausende den Eingangsbereich gehütet hatte.

Die „Schöne Lau“ war der Sage nach die Tochter einer Menschenfrau und eines Wassernix. Sie ließ den „Blautopf-Gumpen“ überrinnen und die Bürgerinnen der Stadt brachten ihr Geschenke. Dieses „heidnische Treiben“ war den Mönchen des direkt am Blautopf erbauten Klosters ein vorchristlicher Dorn im Auge. Die „Schöne Lau“ hat sich von diesen jedoch lange Zeit nicht vertreiben lassen, sondern blickte weiterhin, bekränzt mit Blättern auf dem Kopf und um den Hals, aus dem Blautopf heraus.

An diesem uralten Wasserkultplatz steht heutzutage eine „Steinerne Lau“. Leider konnte ich auch dieser nur aus der Ferne einen wissenden Blick zuwerfen. Doch sie hat sich mir bei meinem wahrnehmenden Gang durch das Städtchen auch noch andernorts gezeigt. So wie auch ihr in blau gekleideter Heros mit den Hirschgeweihen in seinen Händen und einem grünen Kranz auf seinem Haupte. Dieser wird als „Blaumännle“ bezeichnet und ziert seit 1471 das Wappen von Blaubeuren.

Möchtest Du mehr erfahren über die Landschaftsmythologie rund um Blaubeuren und das Achtal mit seinen Höhlen, so empfehle ich dazu das Buch „Godeweg – Auf den Spuren von Freya bis Percht“ von Daniela Parr. Das Buch kann zum Preis von 39,– € unter dieser Mailadresse bestellt werden: godeweg@web.de

Das URMU in Blaubeuren:  https://www.urmu.de/

Zur “Göttinnen Konferenz 2024” in Blaubeuren: https://www.goettinnen-konferenz.de/

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Pixabay-Foto vom Blautopf: Hermann Schmider

Pixabay-Foto der “Schönen Lau”: Birgit Böllinger

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