Dort, wohin mich meine Wege führen, liegt mein Blick, mein Fokus immer auf dem Weiblichen. Meine Aufmerksamkeit folgt den Frauenspuren, den vergangenen, den gegenwärtigen, den zukünftigen. Ich erblicke sie in vielfältigen Formen und Gestalten.
Für mich ist der Blick aufs Weibliche gleichgesetzt mit dem Blick aufs Wesentliche. Ohne Frauen keine Kinder und somit keine Zukunft. Dieser matriarchale Blick auf die Welt, eröffnet mir den Blick aufs Ganze. Der Blick auf mich selbst und mein Leben hat sich dadurch grundlegend gewandelt.
Manche sehen in unserer komplexen, schnelllebigen, uns in vielerlei Hinsicht herausfordernden Welt vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Blicke ich in den Wald hinein, sehe ich sie, meine Baum-Schwestern: die Buche, die Eiche, die Tanne, die Fichte, die Erle, die Esche, die Eibe, die Hasel.
Viele Menschen schwärmen vom Blick aufs Meer. Blicke ich aufs Meer, erblicke ich in ihr Mutter Meer. Mit jeder ihrer Wellen atmet sie ein und wieder aus, ein und aus, seit ewigen Zeiten und bis ans Ende der Welt.
Den Blick aufs Weibliche zu lenken, ist oftmals gar nicht so einfach. Spärlich sind die Frauenspuren in unserer patriarchalen Welt, da macht auch der Töpfermarkt in Gmunden keine Ausnahme. Allerlei Tier-Gestalten, abstrakte Muster und einfarbige Flächen, die sich mir an den Ständen präsentierten.
Doch die Frauen, die musste ich suchen. Nicht in Gestalt der Töpferinnen, die mit ihren Ständen zahlreich auf dem Markt vertreten sind. Wieso angesichts dessen vom „Töpfermarkt“ und nicht vom „Töpferinnenmarkt“ die Rede ist, das steht auf einem anderen patriarchalen Blatt.
Mein Blick aufs Weibliche schaut genau hin, geht tiefer, reicht weit zurück. Sucht nach den von Frauen erschaffenen Frauen. Entzieht sich dem männlich-patriarchalen Blick auf Frauen. Versucht den weiblichen Blick auf die Ursachen dafür zu lenken, dass Männer in unserer patriarchalen Welt mit Vorliebe Frauenkörper erschaffen, gestalten, formen, abbilden, präsentieren, vermarkten.
Mein Blick aufs Weibliche eröffnet Frauen die Möglichkeit, sich selbst, ihre Mütter, Großmütter, Ahninnen, ihre Schwestern, Tanten, Cousinen, ihre Töchter und Enkelinnen, ihre Freundinnen, Kolleginnen und Nachbarinnen wieder mit dem matriarchal-weiblichen Blick betrachten zu lernen. Schenkt Einblicke und Ausblicke in jene Welten und Zeiten, in denen die Menschen beim Anblick von Mutter Erde, beim Blick in den Kosmos ihre „Große Mutter“, die „All-Schöpferin“ wahrnahmen und erblicken.
Die hier präsentierten Frauen-Bilder wurden mir 2023 am Töpfermarkt in Gmunden vor Augen geführt. Mein Dank gilt ihren Schöpferinnen, die mir erlaubt haben, sie auf diese Weise sichtbarer werden zu lassen.




























Zu den Schöpferinnen:
Paz Sanz Ceramics – „Giving birth to earth”: pazsanz.nl
Sarah Michael Ceramics: sarahmichael.nl
Angelika Gross Keramik: angelikas.ceramics (Instagram)
Zu den Veranstaltungsdaten des Gmundener Töpfermarkts: https://www.gmunden.at/kultur-freizeit-tourismus/toepfermarkt
Mehr erfahren über mein Tun und Wirken und Möglichkeit zur Anmeldung für meinen Wildmohnfrau-Newsletter: www.wildmohnfrau.at

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